Rapid Wien – Magna Wiener Neustadt 1:2
Pfiffe, “Wir wollen Rapid sehen”-Sprechchöre und vereinzelte “Pacult raus”-Rufe – und das nach einer halben Stunde. So hat sich die Rapid-Anhängerschaft das erste Meisterschaftsheimspiel der Saison wohl eher nicht vorgestellt. Auf dem Rasen im gewohnt zugigen Hanappi-Stadion wurde wenig Erwärmendes geboten. Nach 25 Minuten 2-0 für den Außenseiter, das ist ungewohntes Terrain im Westen Wiens.
Engagierte Neustädter
Was am meisten daran schmerzte: Verdient war diese Führung allemal. Die Wiener Neustädter wurden von Rapid-Urgestein Peter Schöttel (vor der Partie gab’s übrigens “Peter Schöttel”-Sprechchöre von der Westtribüne) mit einem Plan auf’s Feld geschickt: Frühes, aggressives Attackieren, mutig nach vorne spielen und vor allem blitzschnell den vertikalen Pass in die Spitze suchen, um die Geschwindigkeitsdefizite in Rapids Abwehrzentrum eiskalt auszunutzen. Vor allem der sehr starke Patrick Wolf wurde immer wieder gesucht und gefunden.
Der Plan von Rapid? Gemächlicher Spielaufbau, Hofmann und Jelavic suchen und hoffen.
Weiteres Programm verspricht nichts Gutes
Auch wenn’s in der zweiten Halbzeit dann besser für die Hütteldorfer lief und eine Vielzahl an Chancen herausgespielt wurden, wäre es fatal, die Warnsignale zu ignorieren, wie es Peter Pacult scheinbar vor hat zu tun. Es braucht einen Plan, es muss geredet werden und es muss gehandelt werden. Darauf zu hoffen, dass sich der Karren von selbst aus dem Dreck zieht, ist zu wenig, vor allem, wenn man sich das weitere Programm der Rapidler ansieht: Daheim gegen Salzburg und dann auswärts bei Sturm, und nebenbei muss man auch noch in der Europaleague-Quali bestehen.
Wie fest sitzt Pacult im Sattel?
Wenn es in der fünften Runde zum Duell gegen Mattersburg (den unmittelbaren Konkurrenten um Platz neun?) kommt, könnte in Hütteldorf bereits Feuer am Dach sein. Ob es da für Peter Pacult schon um seinen Trainer-Job geht? Vieles wird wohl, wie so oft, von Kapitän Steffen Hofmann abhängen – und das ist ein Plan ohne Back-Up und mit Ablaufdatum.
PS: Ein bezeichnendes Bild für den Trainer-Stil von Peter Pacult bot sich am Sonntag bei einigen Eckbällen für Rapid kurz vor Schluss: Raimund Hedl mit fragendem Blick Richtung Ersatzbank, ob er beim Corner mitgehen solle oder nicht, und Pacult starrt demonstrativ auf seine Schuhspitzen, ohne den Torhüter zu beachten.


Juli 26th, 2010 → 23:09
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