Divisional-Playoffs: Vorschau auf Sonntag

Veröffentlicht am 13. Januar 2011

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Am Sonntag greifen die Chicago Bears und die New England Patriots erstmals ins Playoff-Geschehen ein. Beide sind in ihren Heimspielen Favoriten, aber Playoffs tendieren dazu sich wie Wiener Derbys zu verhalten: Es gibt eigene Gesetze.

>>Die Samstagsspiele im Preview






Seattle Seahawks @ Chicago Bears (Sonntag, 19.00 Uhr, live auf ESPN America)

Letztes Duell: 17.10.2010, 23:20 für Seattle

Die Seahawks fliegen trotz ihres Überraschungssiegs gegen die Saints als klarer Außenseiter nach Chicago. Ohne die Unterstützung des Heimpubilkums tat sich Seattle heuer denkbar schwer: Von 8 Partien in der Fremde konnten sie nur 2 gewinnen. In Arizona und in – Überraschung, Überraschung – Chicago. Die Bears sind das einzige Playoff-Team, das in der Regular Season gegen die Seahawks verlor.

Bears mit zwei Gesichtern

Doch seit dieser Niederlage am 17. Oktober hat sich bei den Bears so einiges verändert. Chicago hat gewissermaßen zwei Regular Seasons gespielt: eine vor der Bye-Week in Runde 8, die andere danach. In ihrer ersten “Saisonhälfte” kämpften die Bears mit Schwierigkeiten, das System des neuen Offensive-Coordinator Mike Martz umzusetzen. Quarterback Jay Cutler wurde so oft gesackt wie kein anderer, warf ähnlich viele Interceptions wie im Vorjahr und das Run-Game wurde bestenfalls stiefmütterlich behandelt.

Die besten Special-Teams der Liga

Nach der Bye-Week zeigte sich Chicago stark verbessert. Die O-Line ist seitdem um einiges stabiler, Jay Cutler macht weniger Fehler und Running Back Matt Fortes Stats gehören seitdem zu den besten der Liga. Trotzdem, die Stärke der Bears liegt in der Defense und in den Special Teams. Die Special-Teams-Einheit, angeführt von Kick-Returner Devin Hester, ist besser als alle anderen in der Liga.

Defense bärenstark

Hester ist seit heuer auch offiziell der beste Kick Returner der NFL: 14 Career-Return-Touchdowns sind Rekord. Mittlerweile kicken die Gegner aus Angst vor seinen Returns den Ball nicht mehr zu Hester, was den Bears immer wieder eine ausgezeichnete Ausgangsposition am Feld verschafft. Die Verteidigung rund um die Pro-Bowler Julius Peppers, Brian Urlacher und Lance Briggs zählt zur NFL-Spitze und nähert sich dem Niveau der Superbowl-Season 2006. Chicagos Tampa-2-Defense ist dafür gebaut, möglichst viele Takeaways zu erzielen, was ihnen auch ganz gut gelingt (Rang drei in der NFL). Im Durchschnitt kassieren sie nur 17,9 Punkte pro Spiel (Platz 4).

Pralinen für Cutler

Das große Fragezeichen der Bears steht hinter der Offense, genauer gesagt gleich hinter Center Olin Kreutz. Quarterback Jay Cutler ist wie eine Schachtel Pralinen: Man weiß nie, was man kriegt. Auf herausragende Leistungen folgen unglaubliche Aussetzer. Hier müssen die Seahawks ansetzen: Zuerst müssen sie das Running Game der Bears in den Griff bekommen (was schwer genug ist), um dann Jay Cutler zu Fehlern zu zwingen. Wenn Matt Hasselbeck, Marshawn Lynch und Mike Williams ähnlich gute Leistungen abliefern wie beim Heimsieg gegen die Saints, ist für die Seahawks eine erneute Überraschung drinnen.





New York Jets @ New England Patriots (Sonntag, 22.30 Uhr, live auf PULS 4 und ESPN America)

Letztes Duell: 06.12.2010, 45:3 für New England

Wollte man dieses Match-Up mit einem Wort beschreiben, wäre “Hass” wohl angebracht. Vor jedem Duell der AFC-East-Division-Rivals können sich beide Seiten kleine Sticheleien bis gröbere Beleidigungen nicht verkneifen. Vor allem Jets-Headcoach und Großmaul Rex Ryan gibt dabei immer wieder den Bad Boy. Aber auch Patriots-Quarterback Tom Brady verkündete seine Abneigung gegenüber den New Yorkern unlängst relativ direkt: “I hate the Jets”. Daraufhin sah sich Rex Ryan gezwungen, klarzustellen, dass dies auf Gegenseitigkeit beruhe. Vor dem sonntäglichen Duell betonte er außerdem, dass es diesmal “persönlich” sei zwischen ihm und Patriots-Head-Coach Bill Belichick. Jets Cornerback Antonio Cromartie ging da lieber auf Tom Brady los und bezeichnete den Superstar wenig charmant als “A****loch”.

Jets im letzten Saisonduell gedemütigt

Die Liste der gegenseitigen Liebesbezeugungen ließe sich noch ein Weilchen fortsetzen, doch mit dem Ausgang des Spiels wird dieser Trash-Talk relativ wenig zu tun haben. Vor dem letzten Duell zwischen den Jets und den Patriots verkündete Ryan, sie werden den Patriots in den Allerwertesten treten, woraufhin das Gegenteil eintrat und die Jets nach einer 45:3-Demütigung vom Platz schlichen.

Überragender Brady

Dieser Sieg zementierte die Meinung der Experten, die Patriots seien das beste Team der NFL. Tatsächlich scheint der Weg zum Superbowl-Titel über New England zu führen. Quarterback Tom Brady spielt in der Form seines Lebens und wird wohl zum League-MVP gewählt werden. Er verfügt in seiner Offense über unzählige Waffen: die Wide Receiver Deion Branch und Wes Welker, die Rookie Tight Ends Aaron Hernandez und Rob Gronkowski sowie die Running Backs BenJarvus Green-Ellis und Danny Woodhead sind nur die augenscheinlichsten. Zum Problem könnte die junge und unerfahrene Defense werden, die sich in den Playoffs erst beweisen muss.

Sanchez muss besser werden

Um eine Chance zu haben, müssen die Jets ein ähnlich erfolgreiches Run-Game aufziehen wie in der Vorwoche gegen die Colts. Außerdem muss sich Quarterback Mark Sanchez um einiges steigern gegenüber dem Colts-Spiel. Für die Jets-Defense besteht das Problem darin, dass sie nicht alle Playmaker auf Seiten der Patriots in Schach halten werden können. Selbst wenn die Cornerbacks Darelle Revis und Antonio Cromartie die Patriots-Receiver Welker und Branch neutralisieren, hat New England immer noch genug Spieler in der Offense, die die Big-Plays liefern können.

Fazit: Ein Blowout-Victory wie beim 45:3 wird’s für die Patriots sicher nicht mehr geben, aber wenn sie ihre Form aus der Regular Season mitnehmen können, sollten sie sich doch klar durchsetzen.

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