NFC-Championship-Game: Green Bay Packers @ Chicago Bears

Veröffentlicht am 20. Januar 2011

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23.01.2011, 21 Uhr, live auf PULS 4 und ESPN America

Bereits zum 182. Mal treffen die beiden Erzrivalen aus Chicago und Green Bay aufeinander, doch erst einmal gab’s ein Playoff-Duell zwischen den ältesten Rivalen der NFL: Am 14. Dezember 1941, eine Woche nach dem Angriff auf Pearl Harbour, gewannen die Bears bei den Packers mit 33:14 und sicherten sich in Folge die NFL-Championship. Rund 69 Jahre später kommt es also am Sonntag wieder zu einem Post-Season Aufeinandertreffen der beiden. Zeit, das bevorstehende Matchup unter die Lupe zu nehmen.

Bisherige Saisonduelle: 27.09.2010, 20:17 für Chicago / 02.01.2011, 10:3 für Green Bay

Packers Team der Stunde
Die Bears spielen zwar zuhause am Soldier Field, wo sie die Packers in der Regular Season schon besiegen konnten, gehen aber trotzdem als Außenseiter in das Duell. Ganz einfach deswegen, weil die Packers derzeit das Team der Stunde in der NFL sind. Quarterback Aaron Rodgers wirkte im Divisional Playoff gegen die Falcons unverwundbar. Nur vier Incompletions bei 36 Passversuchen sprechen Bände.

Passspiel wie aus einem Guss
Präzise wie ein Chirurg und beständig wie ein Schweizer Uhrwerk nahm er die Defense von Atlanta auseinander. Seine famosen Receiver Greg Jennings, Donald Driver, Jordy Nelson und James Jones mussten nur die Hände aufhalten und Danke sagen. Solange das Passspiel so funktioniert wie vergangenen Sonntag, wird es den Packers relativ egal sein, ob sie ein funktionierendes Run-Game haben oder nicht.

Wetter ein Vorteil für die Bears?
Der große Unterschied zu letztem Sonntag: Im Gegensatz zum Georgia Dome wird in der “Windy City” Chicago im Freien gespielt. Wind, Kälte und vielleicht sogar Schnee (Update: Laut Wetterprognose dürfte es nicht schneien) können einen entscheidenden Einfluss auf das Spielgeschehen haben. Ist zwar nichts Neues für Green Bay – immerhin spielen sie am Lambeau Field auch in Wind und Wetter – aber so einfach wie gegen Atlanta wird sich das Passspiel vermutlich nicht aufziehen lassen. In dem Fall wäre es ganz nett ein Laufspiel zu haben, hinter dem bei den Packers noch immer ein großes Fragezeichen steht.

Chicago beherrscht das Run-Game
Was erschwerend hinzukommt: Chicago verfügt über eine ausgezeichnete Verteidigung gegen den Lauf. Gegen die Seahawks erlaubten sie sechs verschiedenen Runnern nur insgesamt 34 Yards. Auf der Habenseite dagegen können die Bears auf ein solides Run-Game mit Running Back Matt Forte bauen und sollten es auch besser ausnutzen. Erstens, um Play-Action-Passes zu ermöglichen und zweitens, um Aaron Rodgers und der Packers-Offense so wenig Spielzeit wie möglich zu geben.

Guter Cutler oder Böser Cutler?
Essenziell für Chicago wird sein, welcher Jay Cutler am Sonntag aufs Feld läuft: der Gute, “ich-werfe-Wahnsinns-Pässe-und-laufe-auch-noch-selber”-Cutler oder der Böse, “ich-stelle-einen-neuen-Interception-und-Sack-Rekord-auf-und-schau-dabei-als-ob’s-mir-egal-wäre”-Cutler. Letzte Woche durften wir den Guten Jay bewundern – mit Unterstützung des ausgezeichneten Tight Ends Greg Olsen. Ob er diese Woche wohl wieder auftaucht?

Mit der Packers-Defense ist nicht zu scherzen
Er sollte es besser tun, denn die Passverteidigung der Packers zählt zu den besten der Liga. Charles Woodson und Tramon Williams (zwei Interceptions, ein Touchdown gegen Atlanta) gehören zu den besten Cornerbacks der Liga und die Defensive Line mit Clay Matthews wird die O-Line der Bears mächtig unter Druck setzen. Beim letzten Duell der beiden Teams wurde Cutler sechs Mal gesackt, vor allem dank der Blitzes der Green-Bay-Defense, auf die die Bears keine Antwort fanden.

Bears bauen auf Special Teams
Was den Pass-Rush der Packers ein wenig bremsen könnte, ist das extrem schlechte und langsame Spielfeld in Chicago, das außerdem sehr rutschig ist. Green Bay muss sich so schnell wie möglich auf diese Verhältnisse einstellen. Kaum zu bremsen sind dagegen die Special Teams der Bears. Kick-Returner Devin Hester ist der gefährlichste Spieler auf Seiten der Bears. Wenn er den Ball bekommt, steht den gegnerischen Fans bereits der Angstschweiß auf der Stirn. Beim ersten Saisonduell in Chicago konnte Hester einen Punt-Return-Touchdown anschreiben. Die Special Teams der Packers sollten also auf der Hut sein, wenn sie den Bears nicht den Ball jedesmal in ihrer eigenen Hälfte geben wollen.

Fazit: Green Bay ist trotz des Auswärtsspiels Favorit, die Bears haben aber schon bei der 10:3-Niederlage in Week 17 bewiesen, dass sie die Offense der Packers relativ gut in Schach halten können. Vieles wird davon abhängen, ob die Bears die wenigen Chancen, die sich ihnen in der Offense bieten werden, nutzen können, denn allzu viele werden es nicht sein. Wenn Aaron Rodgers auf der anderen Seite wieder einen ähnlichen glänzenden Tag wie letzte Woche erwischt, scheint der Weg in die Superbowl für die Packers geebnet.



Zu guter Letzt
Gespielt wird übrigens um die Halas-Trophy, benannt nach Bears-Legende George Halas, der die Bears 1920 (damals noch als “Decatur Staleys”) gegründet hatte und auch bis 1928 als Spielertrainer aktiv war. Er blieb – mit Unterbrechungen – bis 1967 Coach der Bears. Owner blieb er von der Gründung der Bears bis zu seinem Tod 1983. In zwei Wochen wird dann bei der Superbowl um die Vince-Lombardi-Trophy gespielt, deren Namensgeber Packers-Legende Vince Lombardi ist.

>>Die Vorschau auf das AFC-Championship-Game zwischen den Jets und den Steelers gibt’s hier.

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