24.01.2011 (in der Nacht von Sonntag auf Montag), 00.30 Uhr, live auf PULS 4 und ESPN America
Wer sich ein Offensiv-Spektakel von diesem Spiel erwartet, wird voraussichtlich enttäuscht werden, denn beide Teams sind in erster Linie aufgrund ihrer Defenses bekannt und gefürchtet. Worauf wir uns auf alle Fälle freuen dürfen, ist ein hart geführtes Footballspiel um die AFC-Krone, in dem sich beide Teams sicher nichts schenken werden.
Erstes Saisonduell: 19.12.2010, 22:17 für New York
Es ist diese Woche seltsam ruhig gewesen im Lager der New York Jets. Kein Trashtalk, keine F-Bombs Richtung Pittsburgh, keine “Es ist persönlich zwischen mir und ….”-Sager von Headcoach Rex Ryan. Zurückhaltung und Respekt scheinen Angriffslustigkeit und ein Selbstvertrauen, das mindestens so groß ist wie Ryans Unterhemden, abgelöst zu haben.
Der Grund?
Nun, wer schon mal einen Blick auf die Spieler in Diensten der Pittsburgh Steelers geworfen hat, der weiß, warum: James Harrison, Troy Polamalu und Co wollen und werden einem weh tun – auch ohne dass man sie davor mit einem metaphorischen Stock ins Auge sticht. Also gibt man ihnen besser nicht auch noch einen Grund sauer zu sein. Nehmen wir zum Beispiel Pittsburgh Wide Receiver Hines Ward, der mehr Freude daran zu haben scheint, gegnerische Verteidiger mit dem Helm voraus eher unsanft aus dem Weg zu befördern als Touchdownpässe zu fangen. Typen wie ihn will man nicht noch zusätzlich provozieren.
Troy Polamalu macht den Unterschied
Schlimm genug für die Jets, dass die Steelers noch eine Rechnung mit ihnen offen haben, konnten doch die Jets heuer bei Pittsburgh schon gewinnen. Die New Yorker wissen also, wie’s geht. Ein kleiner, aber sehr entscheidender – und vor allem haariger – Unterschied besteht jedoch zum ersten Saisonduell: Damals war Steelers-Safety Troy Polamalu verletzt.
Allzweckwaffe und Instinktspieler
Ohne Polamalu, der abseits des Spielfeldes so wirkt, als könnte er nicht mal einer Fliege was zuleide tun, ist die Pittsburgh-Defense einfach nicht die selbe. Obwohl er formell als Safety aufgestellt ist, ist er eigentlich überall auf dem Feld zu finden. Polamalu ist ein Spieler, der sehr viele Freiheiten genießt und sich auf seine Instinkte verlässt. Seine spektakuläre und manchmal unkonventionelle Spielweise macht ihn zum Fan-Liebling in Pittsburgh. Er ist nicht nur in der Passverteidigung brandgefährlich und immer für eine Interception gut, sondern auch für die Run-Defense der Steelers extrem wertvoll.
Jets Running Backs vs. Steelers Run-Defense
Womit wir auch schon beim größten Problem der Jets wären: Sie haben eine Offense, die sehr stark von einem funktionierenden Run-Game abhängt, was ihnen mit Tomlinson und Greene bis jetzt ausgezeichnet gelungen ist. Aber: Pittsburgh stellt schon seit Jahren immer eine Top-3-Run-Defense in der NFL. Kaum einem Team gelingt es, den Ball gegen die Steelers am Boden effektiv zu bewegen. Hier treffen also die beiden Stärken der Teams direkt aufeinander. Viel wird davon abhängen, wer bei diesem Matchup die Oberhand behält.
Die unglaubliche Bilanz des Mark Sanchez
Sollte es mit dem Laufspiel für die Jets nicht wie gewünscht funktionieren, liegt die Verantwortung auf den Schultern des jungen Quarterbacks Mark Sanchez. So sehr man Sanchez auch kritisiert und so sehr seine persönlichen Stats auch eher maximal durchschnittlich sind, eine Statistik beeindruckt ungemein: In seinem zweiten Jahr in der NFL steht er bereits zum zweiten Mal im AFC-Championship-Game. Seine Playoffbilanz lautet 4 Siege und eine Niederlage, wobei alle Spiele auswärts waren. Heuer hat er in der Postseason mit seinem Team bei Peyton Manning und bei Tom Brady gewonnen. Natürlich war ihm dabei eine spitzenmäßige Defense und ein herausragendes Run-Game behilflich, trotzdem gebührt ihm dafür vollster Respekt.
“Big Ben” weiß, was zu tun ist
Sein Gegenüber ist wie schon in den vorangegangenen Playoff-Runden ein ganz Großer. Buchstäblich. Steelers QB “Big Ben” Roethlisberger trägt zwei Superbowl-Ringe an seinen Fingern und weiß, was in entscheidenden Momenten zu tun ist. Siehe Superbowl XLIII, als er wenige Sekunden vor Schluss den spielentscheidenden Touchdown warf. Empfänger war übrigens Santonio Holmes, derzeit in Diensten der New York Jets.
Wehe, wenn er losgelassen
Die Herausforderung für die Jets-Defense wird sein, Roethlisberger nicht scramblen zu lassen und ihn zu sacken, wenn sie zu ihm gelangen – was angesichts der etwas instabilen O-Line der Steelers (6 Sacks gegen Baltimore) öfters passieren kann. Wenn Roethlisberger die Spielzüge durch seine Beinarbeit am Leben erhalten kann, wird es brandgefährlich, selbst für die so fantastische Passverteidigung der Jets.
Fazit: Die Steelers gehen als leichter Favorit in dieses Spiel. Wenn die Jets ihr Run-Game gegen die Steelers nicht aufziehen können, muss Mark Sanchez eine seiner besten Leistungen abrufen. Für die Steelers ist es wichtig, dass Troy Polamalu vollkommen fit ist (er kämpfte in den letzten Wochen mit einer Knöchelverletzung). Sollte es zu einer engen Partie kommen, ist Pittsburgh dank Ben Roethlisberger und seiner Erfahrung in solchen Situationen im Vorteil.
>>Hier die Vorschau auf das NFC-Championship-Game zwischen den Packers und den Bears



Januar 21st, 2011 → 13:49
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